In Borolelo!

Die Arbeit hat begonnen!

Einen kurzen Überblick zum Ablauf einer normalen Arbeitswoche in Borolelo:

Montag: Mpelege Creche

Dienstag:  Saritas Creche & Youth Club

Mittwoch: Mpelege Creche

Donnerstag: Saritas Creche & Clothes Shop

Freitag: Soup Kitchen

Am Dienstag startete unsere Arbeit in der Saritas Creche, auch Kgalalelo Day Care Center genannt. Hier werden ungefähr 50 Kinder betreut, 10 Babys und 40 Kinder zwischen 3 und 5 Jahren. Janne und ich kümmern uns um die Gruppe mit den älteren Kindern. Wir fangen um 9 Uhr an zu arbeiten, wir stoßen also dazu, wenn die Kinder gerade ihr Frühstück bekommen. Wir helfen dann mit, die Teller auszuteilen und wieder einzusammeln und wenn wir damit fertig sind, starten wir mit einem Morning Circle in den Tag. Wir singen mit den Kindern, wiederholen Alphabet, Farben, Wochentage und Zahlen von 1-10 auf Englisch. Francinah, eine der Creche-Teacher, hilft uns zum Glück ein bisschen dabei, denn bei Liedern auf Setswana hören unsere Kenntnisse leider auf!

Danach können wir den restlichen Vormittag so gestalten, wie wir wollen. Für den Anfang sind wir mit den Kindern am Dienstag einfach ein bisschen nach draußen gegangen.  Der Spielplatz besteht aus einem einzigen, nicht unglaublich interessanten Klettergerüst, aber die Kinder wissen sich damit zu beschäftigen. Bevor es wieder nach drinnen zum Mittagessen ging, bereiteten wir eine große Schüssel mit lauwarmen Wasser und Seife vor, in der sich alle Kinder gründlich ihre Hände wuschen. Dann halfen wir beim Verteilen des Mittagessens, am Dienstag gab es eine Art Reis mit Kürbispampe und Hühnerleber… Naja den Reis haben wir gegessen und der Kürbis war auch in Ordnung, aber um die Hühnerleber essen zu können waren wir dann leeeeeeider schon zu satt, wie schaaaade! 😀

Nach dem Essen halfen wir noch, die Teller aufzuräumen und dann hieß es auch schon Feierabend! In den Creches müssen wir nämlich „nur“ bis zum Mittagessen bleiben. An zwei Tagen in der Woche steht mittags noch Programm an: dienstags findet ab 13:00 Uhr der Youth Club mit den Schulkindern statt und donnerstags ist mittags der Clothes-Shop. Aber unsere erste Woche war noch ziemlich entspannt, denn wir mussten nur vormittags in den Creches arbeiten, der Rest kommt dann nächste Woche auf uns zu.

Am Mittwoch lernten wir die Mpelege Creche kennen. Dieser Kindergarten ist um einiges größer als die Saritas Creche, Janne und ich betreuen hier eine Gruppe von 80 Kindern!!! Dementsprechend ist der Lärmpegel höher und die Arbeit ist, finde ich, deshalb um einiges anstrengender! Der Tagesablauf ist vergleichbar mit dem der anderen Creche: Frühstück, Morning Circle, Freiraum für eigene Gestaltung und Mittagessen. Die Gruppe ist aufgrund ihrer Größe leider schwer zu bändigen. Dazu kommt noch, dass wir die Kinder nicht verstehen können und sie uns nicht. Bis auf ein paar grundlegende Befehle wie z.B. „Setzt euch“ und „Seid leise“ können wir nämlich bis jetzt kaum etwas auf Setswana sagen, was die alltägliche Kommunikation erheblich erschwert. Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Sprache ein so großes Problem darstellen würde. Die letzten Freiwilligen haben uns zum Glück eine Liste mit hilfreichen Wörtern & Sätzen überlassen, davon werde ich mir auf jeden Fall einiges aneignen!

Mpelege Creche

Am Donnerstag gingen wir wieder in die Saritas Creche. Diesmal holten wir die Bauklötze aus unserem Office und beschäftigten die Kinder damit. Das „Office“ ist ein Raum für die Freiwilligen direkt neben der Sarits Creche, in dem die Kleider für den Clothes-Shop, Spielsachen, usw. gelagert werden. Nur wir haben einen Schlüssel für diesen Raum und können mit den Materialien dort arbeiten. Im Office steht auch ein Drucker, den wir zum Kopieren von Ausmalbildern nutzen können. Bisher konnten wir leider noch nichts kopieren, denn als wir ihn das erste Mal anschalten wollten, ging plötzlich eine ohrenbetäubend laute Sirene los! Wir haben im Nachhinein dann herausgefunden, dass wir die falsche Steckdose benutzt haben, und deshalb die Sicherung Alarm geschlagen hat! 😀

Am Freitag waren für Swartruggens und Umgebung Streiks angekündigt, deshalb mussten wir nicht arbeiten. Die Menschen hier sind mit der korrupten Bürgermeisterin ganz und gar nicht glücklich, denn sie hält ihre Wahlversprechen nicht ein und steckt sich selbst das Geld in die Tasche. Mieke hat uns über die Streiks aufgeklärt: Diese können teilweise stark gewaltsam ausarten und man sollte deshalb solche Veranstaltungen dringend meiden. Da wir also am Freitag frei hatten, gingen wir mit Mieke nach Rustenburg, die nächste größere Stadt, und kauften ein paar Sachen ein.

Samstag war bis jetzt einer der schönsten Tage seit dem ich hier bin. Wir gingen vormittags nach Borolelo, denn Francinah wollte uns die Kinder-Einsammel-Runde für die Soup Kitchen zeigen. Zum Township Borolelo möchte ich allgemein auch noch ein paar Worte loswerden: Hier leben nur dunkelhäutige Menschen. Die meisten wohnen in improvisierten, selbst zusammengebauten Wellblechhütten und überall liegt Müll herum. Janne und ich sind eigentlich die einzigen Weißen, die sich dort aufhalten. Schon auf dem Weg dort hin hupen uns oft Autos hinterher und wenn uns Kinder sehen, schreien sie ständig das Wort „Machuua“, was so viel bedeutet wie  „Weißer“. Wir winken dann immer freundlich zurück und grüßen die Menschen,  aber es ist ein komisches Gefühl, von allen bemerkt und angestarrt zu werden. Mal schauen ob ich mich daran gewöhnen kann.

Nach unserer Borolelo-Tour mit Francinah holte uns Mieke ab und wir fuhren zu der Farm von Johans Eltern. Dort angekommen, fuhren wir mit dem Bakkie auf einen Berg rauf. Janne und ich standen wären der ganzen Fahrt hinten auf der Ladefläche und ich war mir an manchen Stellen nicht ganz so sicher, ob wir tatsächlich den nächsten Geröllberg überwinden konnten, aber der Bakkie packte jede Schwierigkeit mit links. Oben angekommen hatten wir einen unglaublich schönen Ausblick über die riesige Farm, auf der wir uns befanden: mehrere hundert Hektar groß und wild bewachsen. Wir ließen unsere Beine ein bisschen am Abgrund baumeln und genossen die schöne Natur.

Janne und ich auf dem Bakkie, das war echt abenteuerlich!

 

Abends waren wir dann noch zum Grillen und Rugby schauen bei Johans bestem Freund eingeladen. Das war ein echt schöner Abend und wir konnten uns gut mit Sander und seiner Frau unterhalten. Außerdem haben wir einen 80%igen Schnaps namens „Mampoer“ getrunken, der typisch für Südafrika ist. Eigentlich sollte das Gebräu nach Mandarine schmecken, aber in meinem Mund hat es einfach nur höllisch gebrannt; meiner Meinung nach nicht unbedingt weiter zu empfehlen! 😀

Den Sonntag nutzten wir zum Putzen. Wir starteten sozusagen eine Grundreinigung unseres neuen Heims. Als wir endlich fertig waren, gab es Essen: Rory, Four G und C hatten für uns  gekocht! Die drei Jungs machen gerade in Swartruggens an der Schule ihren Abschluss und wohnen vorübergehend bei Mieke und Johan, weil das Internat geschlossen hat. Das südafrikanische Essen war sehr lecker und Janne und ich werden nächsten Sonntag für die drei Schnitzel mit Bratkartoffeln zaubern!

Soviel zu meiner erste Arbeitswoche! Ich bin schon gespannt wie Youth Club, Clothes Shop und Soup Kitchen ablaufen werden. 

See you,

Marleen

 

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