Soup Kitchen & Co!

Hallo, hier bin ich wieder!

Vor 3 Wochen bin ich in Südafrika gelandet, aber die Zeit, seit ich hier bin kommt mir komischerweise schon viel länger vor!

In diesem Beitrag möchte ich euch gerne ein klein wenig über die Arbeit erzählen, die wir neben den Creches noch zu tun haben.

Dienstags bieten wir für die Schulkinder einen Youth Club an. Wir holen die Kids (zwischen 7 und 14 Jahre alt) nach der Schule gegen 13:30 Uhr ab und gehen dann mit ihnen auf den Sportplatz in Borolelo. Janne und ich bringen zum Beispiel einen Fußball, ein Springseil oder Straßenmalkreide mit und beschäftigen uns mit den Kindern. Bisher fand der Youth Club zwei Mal statt und das macht wirklich Spaß. Es ist eine schöne Abwechslung, zwischendurch mit Kindern zu arbeiten, die etwas älter sind! Die Sprache ist dabei natürlich ein schon längst bekanntes Hindernis, aber wir geben unser Bestes! Die ehemaligen Freiwilligen haben mit den Kids anscheinend auch Gruppen-Spiele gespielt und diese mit Händen & Füßen und durch Vormachen erklärt. Bisher haben wir uns an sowas noch nicht rangetraut, aber es liegt noch eine lange Zeit zum Experimentieren vor uns!

Donnerstags steht mittags nach der Arbeit in der Creche der Clothes Shop an. Der Zweck dessen ist die Finanzierung der Soup Kitchen. Wir verkaufen gespendete Kleidung, größenteils aus Deutschland mitgebracht oder gesammelt von Freiwilligen, zu niedrigen Preisen an die Townshipbewohner. Der Clothes Shop fand bisher erst ein Mal statt. Leider war unser erster Versuch nicht sonderlich erfolgreich, wir haben keinen einzigen Rand eingenommen, yeah!!! Für unseren Flop machen wir hauptsächlich das Wetter verantwortlich, denn der Wind war an diesem Tag sehr stark und das bedeutet hier, dass überall aufgewirbelter Staub durch die Luft fliegt. Dementsprechend waren verständlicherweise kaum Leute anzutreffen. Naja, es kann nur besser werden, also immer optimistisch bleiben!

Freitags ist Zeit für die Soup Kitchen! Wir kochen eine warme Mahlzeit für die Kinder, die weder in den Kindergarten noch in die Schule gehen. Wie gesagt finanzieren wir diese Aktion von unseren Clothes Shop Einnahmen, so dass das Essen für die Kinder kostenlos ist. Von dem Clothes Shop-Geld ist zum Glück noch ein bisschen von den letzten Freiwilligen übrig gewesen, so dass uns unsere Pleite beim Clothes Shop letzten Donnerstag nicht allzu sehr schadet. Bevor wir mit dem Kochen anfangen, müssen wir natürlich zuerst einkaufen und dann die Lebensmittel nach Borolelo tragen. Ich glaube, dass ich noch nicht erwähnt habe, dass wir nach Borolelo einen gut 40-minütigen Weg zurücklegen müssen, ca. 3,5 km jeden Tag hin und wieder zurück, da sind die Beine abends manchmal ganz schön schwer, aber man gewöhnt sich dran! Zurück zur Soup Kitchen: Wir kochen entweder Reis, Nudeln oder Pap (ein Getreidebrei aus Maismehl) und dazu gibt es eine Soße mit Gemüse, Fleisch oder Sojahack. Wenn wir mit dem Kochen fertig sind, laufen wir eine Runde durch Borolelo und sammeln die Kinder ein. Die wissen bescheid und rennen wenn sie uns sehen sofort zurück in die Häuser um sich ihre Schüssel zu holen, die sie zur Soup Kitchen mitbringen müssen, da wir keine Teller haben. Wieder an unserem Office angekommen, teilen wir das Essen aus und dann drehen wir noch eine zweite Runde durch einen anderen Teil des Townships, um weitere Kinder zusammenzutrommeln.

Bisher fand die Soup Kitchen erst ein Mal statt und wir waren uns anfangs nicht so sicher, ob unser Topf tatsächlich leer werden würde, aber am Ende mussten wir sogar das letzte Reiskorn herauskratzen!

Die Soup Kitchen war noch mal eine Erfahrung für sich. Normalerweise laufen wir immer nur die gewohnten Straßen zu den Creches, und nicht auf den Seitenwegen. Von den Kindern, die mit uns kamen, hatten viele keine Schuhe an und deren Kleidung  war größtenteils ziemlich dreckig. Man hat den Kindern die Armut wirklich angesehen, und das war ein schlimmes Gefühl für mich und hat mich echt traurig gestimmmt. Aber trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen (?), ist die Soup Kitchen eine tolle Sache!!!

Beim Kochen in unserem Office

 

Noch ein paar Infos zu meiner freien Zeit hier abseits der Arbeit:

Mit Mieke und Johan haben wir zwei echt tolle Gasteltern bekommen, die uns hier ein bisschen an die Hand nehmen. Die zwei sind mega cool drauf und haben uns letzten Samstag ins „Crazy Cowboys“ zum Feiern mitgenommen. Der Abend war super lustig und gegen Ende auch ziemlich flüssig! Wir haben zum ersten mal versucht südafrikanisch zu tanzen, haben ein paar Leute kennengelernt und uns wirklich amüsiert!

Mieke ist jetzt übrigens meine neue Jogging-Partnerin, denn sie hat mich jetzt schon einige Male mitgenommen und zeigt mir immer neue Wege. Janne und ich gehen mit ihr zusätzlich auch ein Mal die Woche zu einer Work-Out-Gruppe, das macht echt Spaß und die Trainerin Lorissa ist mega nett und motiviert uns immer!

Letzte Woche hat es direkt vor unserem Haus gebrannt, die ganze Wiese stand in Flammen! Um diese Zeit, vor allem im August, sind diese „Buschfeuer“ hier Normalität und wir haben schon ganze Berghänge rauchen sehen, aber so nah vor unserem Haus war das ganze dann doch etwas ernster. Zum Glück ist aber nichts weiter passiert und das Feuer ist von alleine erloschen (die Feuerwehr hier kümmert sich um sowas nämlich eigentlich nicht).

Liebe Grüße aus Borolelo!

Bis dann,

eure Marleen 🙂

Ein Kommentar

  • Robert

    Hallo Marleen,
    schon wieder eine Woche rum. Diesmal war euer Kleiderverkauf hoffentlich erfolgreicher und damit auch für euch mit einem Erfolgserlebnis verbunden.
    Schöne Grüße nach Bambolero (oder so ähnlich )

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